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Aktuelle Meldungen

Nurse-Family-Partnership als Chance?

Das US-amerikanische Betreuungsmodell Nurse-Family-Partnership ist in Deutschland derzeit Gegenstand einer wissenschaftlichen Begleitforschung im Rahmen der Stiftung Pro Kind (http:// pubs.ama-assn.org/media/2010a/0104.dtl). In den Projekten werden in einigen Städten Niedersachsens und Sachsens sowie in Bremen schwangere Frauen aus schwierigen sozialen Lebenslagen - häufig sind es alleinerziehende jüngere Mütter - bis zum zweiten Geburtstag des Kindes betreut. Sie erhalten regelmäßig Besuch von Hebammen oder SozialpädagogInnen, welche die Kinder untersuchen und Empfehlungen zu deren Förderung geben. Pate stand ein Nurse-Family-Partnership-Programm, das vor 19 Jahren von der Cornell University in Ithaca im US-Staat New York durchgeführt wurde.
Frühere Publikationen hatten gezeigt, dass die Nurse-Family Partnership die Gefahr von Vernachlässigungen oder Misshandlungen der Kinder senkt und die Lebenschancen der Mütter verbessert, so dass diese später seltener auf staatliche Zuwendungen angewiesen sind, wodurch das Programm die Kosten von 7.000 US-Dollar pro Kind mehr als trägt.
Die jüngste Analyse von John Eckenrode zeigt, dass die Kinder auch das Teenageralter besser überstehen. Zehn Prozent der Mädchen waren bis zum Alter von 19 Jahren schon einmal von der Polizei verhaftet worden. In der Kontrollgruppe waren es 30 Prozent.
Auch die Rate der rechtskräftigen Verurteilungen war mit vier versus 20 Prozent deutlich geringer. Dies könnte aber auch daran gelegen haben, dass die Richter die betreuten Mütter als kompetenter einstuften und deshalb häufiger auf eine Verurteilung verzichteten.
Auffällig ist, dass die Nurse-Family-Partnership keinen Einfluss auf die Kriminalität der Jungen hatte. Auch die aus deutscher Sicht erschreckend hohe Rate von Teenagerschwangerschaften von mehr als 30 Prozent zeigt, dass die Nurse-Family Partnership-Programme nicht alle sozialen Probleme jüngerer Mütter lösen kann.
(aerzteblatt.de, 5.1.2010; DHZ 2/2010)

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